Wer ist Grazer, 17 und schreibt an seinem zweiten Buch? Colin Hadler natürlich!

Ich habe mit Colin Hadler gesprochen, der mit gerade einmal 17 Jahren sein erstes Buch geschrieben hat: „Hinterm Hasen lauert er.“

Im Buch geht es um das Leben des sechzehnjährigen Finn, der eigentlich ein ganz normaler Teenager ist. Er ist umgeben von all dem, was junge Menschen heutzutage eben so umgibt: dem Internet mit allen seinen schönen und weniger schönen Facetten, falschen und echten Freunden, der ersten Liebe, dem Kleinstadtleben und nicht zuletzt seiner eigenen Familie und anderen Erwachsenen, von denen er sich nicht immer verstanden fühlt. „Hinterm Hasen lauert er“ ist seit Jänner am Markt und beispielsweise hier erhältlich.

Ziemlich genau 5 Monate jünger als ich macht der Grazer nicht nur nächstes Jahr seine Matura, sondern arbeitet aktuell auch an seinem zweiten Roman –„Wenn das Feuer ausgeht“ wird am 8.1.2020 erscheinen. (Für alle, die Interesse haben, hier der Link zur Vorbestellung.)

Nach dem wohl längsten Interviewintro dieses Blogs geht es jetzt aber los mit den Fragen, mit denen ich Colin gelöchert habe, viel Spaß beim Lesen!

Wie kommt man als gutaussehender junger Mann auf die Idee, sich hinzusetzen und ein Buch zu schreiben?

(Anmerkung zum Thema gutaussehend: Wer sich dazu selbst ein Bild machen möchte, hier der Link zu Colins Instagram-Seite 😉 )

„Gutaussehender junger Mann“ – wow! So ein Kompliment habe ich zuletzt von meiner Oma bekommen. Aber nette Annahme, dass ich das Buch im sitzen geschrieben habe. Meistens bin halb tot und müde in meinem Bett gelegen. Ein Buch schreiben geht, aber sitzen ist dann doch zu anstrengend.

Okay, Spaß beiseite. Meine Intention war es, Leute zum Lachen zu bringen. Als Jugendlicher in Jugendsprache einen Jugendroman schreiben. Ich sehe, wie sich der Großteil der heutigen Jugend vom Lesen entfernt. (Sprüche auf Instagram und WhatsApp-Nachrichten ausgeschlossen!) Und zum Teil verstehe ich es auch.

Wir brauchen einfach vernünftigere Angebote – und da war es naheliegend, dass jemand ein Buch schreibt, der sich noch in der Zielgruppe befindet. Der genau weiß, was die Jugend lesen will.

Wie viel Colin steckt in Finn? 

Der sympathische Teil natürlich! 🙂 Also ich glaube, ein kleiner Teil von mir steckt in jedem meiner Charaktere. Sei es der Sarkasmus von Finn, die schnippische Art von Claire, die Abenteuerlust von Elias usw. Alle meine Eindrücke, Gespräche und Erlebnisse, die ich in Echt erlebe, bilden und formen die Figuren in meinem Kopf. (Klingt, als wäre ich verrückt)

Wie sehr befasst du dich mit Kritiken und Feedback rund um dein Buch? Ist es dir wichtig, was andere von deinem Buch halten?

Ich gehe davon aus, dass kein Künstler freudige Luftsprünge macht, wenn er negative Kritik erhält. – außer, das ist so gewollt. Prinzipiell will man, dass das, was man erschaffen hat, auch Anklang findet. Dennoch (und das soll auch so sein) hat jeder hat einen eigenen Geschmack und man kann es nicht jedem recht machen. Durchlesen tue ich mir die Rezensionen etc. schon. Ich probiere mir die Kritik zu Herzen zu nehmen, nur so kann ich daran wachsen.

„Für alle Menschen, die noch Bücher lesen“ hört sich nach einer pessimistischen Einstellung an, vor allem wenn man Autor werden möchte, wie kommt es dazu?

Pessimistisch? Die Intention dieses Spruches ist eine ganz andere. Eher eine lustige. Denn wenn du den Roman aufschlägst und diesen Satz liest, dann bist du ja automatisch jemand, der noch Bücher liest. Genau genommen bedanke ich mich also bei all jenen, die sich das Buch gekauft haben! 🙂

Für dein nächstes Buch hast du dich dazu entschieden, es nicht mehr in Plastik zu verpacken, wie kam es dazu? 

In Europa bekommen wir die massive Plastikverschmutzung nicht so mit, aber als ich diesen Sommer in Indonesien Urlaub war, wurde mir ein wenig flau im Magen. Plastik so weit das Auge reicht. Auf den Straßen, in den Häusern, am Strand, im Meer. Die Tiere essen es, die Kinder spielen und die Erwachsenen bauen damit. Auf Facebook so ein Bild zu sehen, ist dann doch etwas anderes, als es hautnah mitzuerleben. Also will auch ich einen kleinen Teil dazu beitragen, nicht mehr so viel Plastik in die Welt zu setzen…

Du bist ja auch Schauspieler, würdest du den Hasen gerne einmal auf einer Theaterbühne wiederfinden? 

Wäre vermutlich ziemlich schräg. Ich würde in der Vorstellung sitzen und mir pausenlos denken: „Wtf! Wer bitteschön hat sich DAS ausgedacht?“ – Neugierig wäre ich aber schon.

Auf deiner Instagramseite postest du gerne einmal Lebensweisheiten, was würdest du schreiben, wenn du jetzt sofort etwas posten müsstest?

„Dem guten Frager ist schon halb geantwortet“ – Friedrich Nietzsche

Wie bekommt man dich trotz aller Konzentration immer aus einer Schreibphase?

Wenn ich gerade vertieft bin, dann muss man schon schwere Geschütze auffahren, damit ich überhaupt etwas mitbekomme. Vielleicht eine Bombe? Oder eine geladene Pistole? – Ich schreibe aber immer erst dann, wenn ich alles andere erledigt habe, deswegen werde ich eher selten gestört. Man muss den Kopf freihaben, um sich voll auf seine Arbeit konzentrieren zu können.

In einem Interview hast du gesagt, du bist gegen andauernde Beschäftigung, hörst du dann überhaupt Musik und wenn ja, welche?

Stimmt, ich bin dagegen, dass man sich dauernd berieseln lässt. Gegen Inspiration (kann ein Lied oder auch ein Film sein) habe ich nichts. Die Dosis macht das Gift, sozusagen. Momentan höre ich sehr gerne Indie – zwei unfassbar großartige Lieder in dem Genre sind: Roma Fade von Andrew Bird und Nomadic Heart von LeRiche.


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